Friedhof Oberzündorf

St. Martin

Sankt-Martin-Strasse, 51143 Köln

Friedhof Oberzündorf

St. Martin

Galerie

Romanische Kirche Köln

Friedhof Oberzündorf
Sankt-Martin-Strasse
51143 Köln

Für diese Kirche gibt es eine sehr passende Gründungslegende: Ein hier im Rhein vom Schiffbruch bedrohter Schiffer gelobte, bei Rettung eine Kirche zu bauen. Er wurde gerettet und baute St. Martin in Oberzündorf. Die so entstandene Kirche wurde 1008 zur Hälfte von Eveza der Abtei in Deutz geschenkt. Eine Urkunde von 1147 wird als Beleg herangezogen, dass damals die gesamte Kirche St. Martin der Abtei in Deutz gehörte. Erst 1155 werden zwei Kirchen in Zündorf erwähnt. Als zusätzliches Argument dafür, dass St. Martin die erste christliche Kirche in Zündorf war, wird auch die bis ins 19. Jh. gepflegte Tradition benannt, nach der dem Küster von Oberzündorf neben dem von Ensen und Refrath das heilige Öl in Köln zuerst überreicht wurde. Auf jeden Fall aber blieb St. Martin bis zur Säkularisation (im Rechtsrheinischen 1803) im Besitz der Abtei in Deutz.

Intensive archäologische und bauhistorische Untersuchungen fanden bisher hier nicht statt. Zurzeit wird davon ausgegangen, dass in der zweiten Hälfte des 12. Jh. eine Saalkirche mit dem bis heute erhaltenen Westturm gebaut und nach Bränden im 17. und 18. Jh. in der Zeit von 1780–85 das Langhaus mit der polygonalen Apsis auf den alten Fundamenten neu errichtet wurde, wobei insbesondere an der nördlichen Kirchenwand noch Teile alten Mauerwerkes einbezogen wurden. 1835 wurde Oberzündorf der Pfarre Niederzündorf unterstellt, beide Friedhöfe wurden aber beibehalten.

Mit dem Neubau von St. Mariä Geburt 1895–97 nutzte man die beiden alten Kirchen nicht mehr als Gemeindekirchen.

St. Martin war von 1919–53 Eigentum der Cellitinnen in der Kölner Severinstraße. Die Schäden des Zweiten Weltkrieges waren zunächst nur notdürftig behoben worden. Nach der Restaurierung im Jahre 1953 feierten die Evangelischen hier bis 2003 ihre Gottesdienste, während für die Katholiken nur an bestimmten Feiertagen eine Messe stattfand.

Das Innere zeigt die schlichte Saalkirche des späten 18. Jh. mit Flachdecke und Stuckgesims. Der romanische Turm öffnet sich in Erd- und Obergeschoss mit großen Bögen zum Kirchensaal. Unten steht der Taufstein aus der Zeit um 1500. Der obere Raum ist eine Empore, die durch Aufstellung eines Altares, von dem noch Spuren vorhanden sind, zu einer Kapelle wurde.

Die schönen Fenster schuf Franz Pauli 1964.

Text: Hiltrud Kier
Fotos: Jutta Gieren, Diakon Matthias Gill

Text-Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung
Förderverein der romanischen Kirchen Köln

Die Kirche wird für Gottesdienste und Trauerfeier genutzt.
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