Porz-Zündorf

St. Mariae Geburt

Chronik des Kirchbaus

Porz-Zündorf

St. Mariae Geburt

Neugotische Erstausstattung

und Zeitzeugnis

Im Pfarrhaus lagert ein Balkenteil mit der Inschrift „Fort mit der Nazipest“. Er ist beim Rheinischen Bildarchiv der Stadt Köln registriert und dokumentiert. Der Dachbalken wurde 1998 bei Abrissarbeiten des Dachstuhls über dem Langhaus gefunden.

  • Taufbecken und Kreuzweg
  • Fünf Holzfiguren „Christus und die vier Evangelisten“ von der ehemaligen Kanzel
  • Drei neugotische Relieftafeln die früher als Seitenflügel des Hochaltars und Tabernakeltür dienten
  • Kreuz, entstanden wahrscheinlich in Tirol, wurde im Kunsthandel erworben
  • Madonna auf der Mondsichel, 16. Jh., wird Meister Tilmann aus Köln zugeschrieben
  • Altar unter der Madonna
  • Figur des Hl. Antonius
  • Statue der hl. Anna Selbdritt, 15.Jh., (Schenkung 1943 von Pfarrer Kloth)

Chronik des Kirchbaus

Recherchen im Kirchenarchiv durch Wolfgang Jensch (1992 – 2010 Küster an St. Mariae Geburt) Buch: „100 Jahre neue Pfarrkirche St. Mariae Geburt Zündorf“ (Kirche und Gemeinde zwischen 1897-1997) Herausgeber: Gemeinschaft Zündorfer Ortsvereine und Selbstverlag Karl H. Boley, Zündorf (Vorwort Pfarrer Werner Krumbach, im Juni 1997) Buch: „Kirchen in Köln“, Verwaltungsverlag München

1894

Nachdem 1888 der Kirchenvorstand die Gründung eines Kirchbauvereins beschlossen hatte und das Generalvikariat am 11.03.1894 den Plan zum Kirchenneubau genehmigt hatte, konnte bereits am 15.08.1894, am Fest „Maria Himmelfahrt“, der 1. Spatenstich zum Bau der neuen Kirche stattfinden.

1895

Offizielle Grundsteinlegung am 19.05.1895 (Der Bau der Kirche nach den Plänen von Franz Langenberg war bereits fortgeschritten.)

1897

„Einzug“ der Gemeinde in die neue Kirche am 16.05.1897, die Erste Heilige Messe wurde zelebriert.

1898

Im Herbst erhielt die Pfarrkirche den Glockenstuhl und drei Glocken aus ihrer Vorgängerkirche, heute St. Michael (12. Jhd.).
Ein neu errichteter Kreuzweg wurde durch Pater Sylvester Winkes, Präses des Franziskanerklosters in Köln, geweiht.

1899

Weihe des Hauptaltars durch Weihbischof Antonius Fischer, dokumentiert in einer handgeschriebenen Urkunde die sich im 1976 geöffneten Reliquienkästchen des Hauptaltars befand.

1904

Die Beleuchtung wurde von Gasöllampen auf Leuchtgas umgestellt.

1911

Beleuchtung der Kirche durch Elektrizität

1916

Ausmalung des Chores durch den Kirchenmaler M. Klaphek aus Aachen

1917

Im ersten Weltkrieg wurden zwei Glocken der Pfarrkirche und eine Glocke aus Oberzündorf durch die Reichsregierung beschlagnahmt. Am 27.06.1917 mussten sie abgeliefert werden. Sie wurden eingeschmolzen um daraus Kanonen zu fertigen. Die zwei in Oberzündorf verbliebenen Glocken wurden dann im Turm der Pfarrkirche aufgehängt, so dass wieder drei Glocken geläutet werden konnten.

1927

Die entliehenen Glocken kamen wieder zurück nach Oberzündorf. Im April wurden vier neue Glocken und ein eiserner Glockenstuhl bei der Firma F. Otto, Hemelingen/Bremen, in Auftrag gegeben. Zur Glockenweihe am 07.08.1927 wurden die neuen Glocken vom Güterbahnhof Porz am Rhein von der Gemeinde abgeholt und in einem feierlichen Zuge zur Kirche begleitet. Am 11. 09.1927, dem Fest Mariae Geburt, wurde die Fertigstellung und Weihe der neuen Orgel (angefertigt von Ernst Seifert & Söhne), gefeiert.

1942

Wie im ersten Weltkrieg das deutsche Kaiserreich so verlangte ebenfalls das Nazi-Regime im zweiten Weltkrieg die Ablieferung der vier vorhandenen Glocken welche kaum 15 Jahre im Glockenturm der Pfarrkirche geläutet hatten und noch nicht vollständig bezahlt waren. Die beiden früheren, nach Oberzündorf zurückgekehrten Glocken, wurden ebenfalls beschlagnahmt und zu Kriegszwecken eingeschmolzen.

1943

Verhaftung des Pfarrers Carl Kloth durch die geheime Staatspolizei. Nach stundenlangem Verhör wurde er in das Kölner Gefängnis „Klingelpütz“ überführt und war dort 40 Tage inhaftiert. Nach seiner Entlassung wurde ihm verboten in seine Pfarrei zurückzukehren. Deshalb wurde er nach 21 Jahren seiner Tätigkeit in Zündorf in den Ruhestand versetzt. Der unter politischem Druck zwangsweise aus dem Amt scheidende Pfarrer schenkte der Pfarrgemeinde die Hl. Anna Selbdritt (Kunstwerk aus Holz, 15. Jh.). Pfarrer Kloth schrieb am 30. April 1943 seinen „Pfarrkindern“ einen bewegenden Abschiedsbrief aus Dülken.

1943-45

Durch Fliegeralarm und Bombenabwürfe entstanden schwierigste Verhältnisse bei der Aufrechterhaltung der Pfarreiarbeit. Fenster und Mauerwerk wurden schwer beschädigt, so dass der Gottesdienst zeitweise in der ehemaligen Pfarrkirche (heute St. Michael) stattfand. Diese wurde im Februar 1945 von der Militärbehörde beschlagnahmt und als Lazarett benutzt. Die Pfarrkirche stand in den Monaten Februar und März 1945 stark unter Beschuss. Mehrere Granat-Volltreffer schlugen ins Dachgeschoss und die Sakristei ein. Hierdurch wurden alle Fenster, der neue Baldachin und viele Kirchengeräte zertrümmert. Die hl. Messe wurde täglich im Keller oder Hausflur des Pfarrhauses gefeiert.

1946

Wiederherstellung und Restaurierung der Kriegsschäden. Die im Krieg zerstörten Maßwerke der Fenster in der Westwand des Querschiffs wurden nicht erneuert, die Fensteröffnungen wurden zugemauert.

1957

Die Kirche erhielt vier neue Glocken aus Bronze, gefertigt durch den Glockengießer Hans Huesker, Firma Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher.

1960

Mitte Juni beginnt die Restaurierung der Pfarrkirche unter der Leitung des Architekten Josef Klüwer, Porz

1961

Auf den Ideen von Herrn Dechant van Kempen (Ortspfarrer) und den künstlerischen Entwürfen des Glasmalers Franz Pauli basierend werden die neuen farbigen Kirchenfenster durch die Fa. Botz + Miesen (Werkstätten für Glasmalerei) in Köln hergestellt und eingebaut. Für die Kirchenfenster im Hauptschiff wurden als Motiv die 8 Seligkeiten unter Verwendung der Zeitgeschichte gewählt.

1962

Am Passionssonntag 08.04.1962 zieht die Gemeinde unter Jubel in die renovierte Pfarrkirche ein.

1964

Die Kirche erhielt die fünfte und größte Bronzeglocke, gefertigt durch den Glockengießer Hans Huesker, Firma Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher. Am 25.Okt. wurde sie geweiht. Gestiftet von Herrn Dr. Bernhard Meller aus Eil trägt sie die Aufschrift < Magnificat >.  

1969

Von Juni bis Dezember wurde die Pfarrkirche zur Durchführung von Grund war die Umsetzung der Konstitution „Sacrosanctum Conzilium“ des Zweiten Vatikanischen Konzils. Planung und Durchführung der Arbeiten leitete der Architekt Hans Joachim Lohmeyer. Die Kanzel wurde entfernt, Hochaltar, Kommunionbank und Beichtstühle wurden ausgebaut und entsorgt. Im Zuge der Restaurierungen und Umbauten wurde der Boden des Chorraumes bis vor den Triumphbogen verlängert und erhielt eine neue Stufenanlage, Kanäle für eine Warmluft-Heizung eingebaut, der Kirchenboden mit Naturkeramikplatten ausgelegt.

Ab Weihnachten konnten die heiligen Messen wieder in der Pfarrkirche gefeiert werden.

1971

Der von Bildhauer Günter Lossow 1970 entworfene Altar, Tabernakel und Ambo aus Muschelkalk und Bronze wurden 1971 in den sakralen Dienst übernommen.

1976

Öffnung der Reliquienkästchen des alten Haupt- und Seitenaltars. Das Kästchen enthielt die Reliquien des hl. Paulinus, des hl. Gereon und seiner Gefährten, der hl. Sabatia, der hl. Ursula und ihrer Gefährtinnen. Im zweiten Reliquienkästchen befanden sich Reliquien des hl. Engelbert und des hl. Gereon und seiner Gefährten. Weihe des neuen Hauptaltars durch Weihbischof Dr. Klaus Dick. In dem neuen Reliquienkästchen befinden sich die Reliquien des hl. Engelbert, des hl. Paulinus, des hl. Gereon und seiner Gefährten.

1981

Einbau der Oberlinger Orgel mit 27 Registern

1994

Mitte März 1994 brach in der Nacht ein großer Sandsteinbrocken aus der Maßwerkkrone des ersten linken Fensters im Langhaus und fiel aus ca. 15 m Höhe zwischen die vorderen Seitenbänke. Daraufhin fand die zeitlich längste und baulich größte Renovierungs- und Sanierungsmaßnahme der Bausubstanz in der Geschichte der Pfarrkirche statt.

1998

Im Herbst erhält die Pfarrkirche ein Schutzdach über dem Lang-, und dem Querschiff sowie dem Chor. Anschließend wird das Schieferdach abgedeckt und der alte Dachstuhl abgebrochen.

2004

Unter großem Interesse der Zündorfer Bevölkerung wurde in der Karwoche der Turmhelm abgedeckt und demontiert. Die letzte Bauphase begann mit dem Aufbau des neuen Turmhelms und war im Herbst abgeschlossen.

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